Mundart und Geschichten 2026

17. Abend Mundart- und Geschichten

Doris Ohm hatte auch in dieser 17. Auflage der Veranstaltung für ein gut gefülltes Bürgerhaus im OT Brohl gesorgt. Dafür standen die aufgebotenen bewährten Kräfte als Garanten, die es immer wieder verstehen mit neuen Erzählungen über alte Zeiten ihr Publikum zu binden.

Der äußere Rahmen der Veranstaltung war unterhaltsam gestaltet. Heino Peters, erfreute mit seiner jüngst erworbenen Orgel und neuem Liedgut die Zuhörer und untermalte die Verköstigung des gereichten Döppekooche mit Kompott. Gleiches galt für Erich Melcher, der sein Flügelhorn zum Einsatz brachte und wieder einige Krüge Brohler Weines ausschenkte. Riesling und die Urtraube einer 200 Jahre alten Sorte Morio hatten wieder einen guten Jahrgang hervorgebracht.      

Nach der Begrüßung durch Helmut Rosenbaum eröffnete Achim Schmitz mit seinem Bericht über die Entstehung des Brohler Hafens, die Vortragsreihe. Alte Grafiken, Zeichnungen und Fotos konnten bestaunt werden und zeugten von der Wichtigkeit des Hafens in der damaligen Zeit, sowohl als Umschlagplatz für die Waren aus dem gesamten Brohltal, aber auch seine Bedeutung als Sicherheitshafen. Damals führte der Rhein noch regelmäßig Eis und es überwinterten zahlreiche Schiffe im Hafen. Es gab sogar Pläne, das Hafenbecken bis zur Brohlbachmündung zu erweitern.   

Auch der nächste Beitrag durch Werner Fußhöller beschäftigte sich mit einer Errungenschaft, die für den Aufschwung des Ortes maßgeblich war. Die Brohltaleisenbahn, 1901 gegründet, steht in engem Zusammenhang mit dem Hafen und ist ebenso ein Wirtschaftsfaktor. Das Augenmerk des Vortrages lag aber auf den Menschen die mit der Aussicht auf Arbeit und eine Karriere bei der Bahn angelockt wurden und so Brohl als Neubürger bereicherten. Zahlreiche Beispiele und Namen wurden angeführt, gepaart mit netten Episoden. Wie immer durch Tochter Petra technisch begleitet.

Willi Fergen hatte uns wieder Begebenheiten aus seiner Wahlheimat Ramersbach mitgebracht. Er berichtete über den ersten Flohmarkt als größtes Ereignis in der Ortsgeschichte seit dem Durchmarsch der Amerikaner im Jahre 1945. Wie im Vorjahr wurde auch ein musikalischer Teil dargeboten. Dazu wurde der beim Flohmarkt entstandene Song über das Internet abgerufen. Schmissige Musik mit Lokalkolorit getextet und Playback von Willi Fergen vorgetragen.  

Schon ein bewährtes Duo beim Mundartabend sind Doris Ohm und Franz-Josef Döpgen. Die Urgesteine und Ehrenmitglieder im Kulturverein hatten sich einem Vereinsthema gewidmet, dem Aalschokker „Katharina“. Wir erfuhren alles über das Schiff, das heute in den Rheinanlagen steht. Herstellung, Verwendung, Eigentümer und die Geschichte über die Rettung des Schiffes und die damit verbundene Entstehungsgeschichte des Vereins. Eine erstaunliche Zahl von 50 Flaggen pro Jahr benötigt der Verein um die „Katharina“ und den Schiffsmast zu beflaggen. Natürlich auch ein Kostenfaktor, dem oft starken Wind am Rhein geschuldet. 

Ein gern gehörter Redner und mittlerweile schon zum vierten Mal dabei ist Hubert Altenhofen, der wieder aus seinen Kindheitserinnerungen erzählte und solche auch bei den Zuhörern wecken konnte. Sein Motto „Feuer und Flamme“ stellte die Unbeschwertheit mit dem Element Feuer in seiner Jugend heraus. Er betonte aber auch die Doppeldeutigkeit seines Mottos, indem er appellierte, Feuer und Flamme für Dinge zu sein, an denen man sich begeistert, die einem Antrieb und Motivation geben.  

Mit Eugen Laux kann man sich keinen besseren Schlusspunkt für eine Veranstaltung wünschen. Seine witzigen Schilderungen hielten auch nach fast 3 Stunden das Publikum wach und bei Laune. Als Brohler Böllerbube berichtete er über die Besuche dieser Truppe nach Valencia zu dem dortigen Feuerwehrfest, welches vom 1.3.-19.3. tägliche Feuerwerke bietet und zum Weltkulturerbe zählt. „Dagegen ist Rhein in Flammen eine Notbeleuchtung“. Herrliche Anekdoten wurden durch Fotos und einem 6-menütigen Film von diesem Ereignis abgerundet. Es hat gut geknallt im Brohler Bürgerhaus. 

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