Geschichte eines bedeutenden Privatunternehmens
Unter diesem Motto hatte der Brohler Kulturverein zu einem Vortragsabend in das Bürgerhaus im OT Brohl geladen. Galt es doch ein besonderes Jubiläum zu würdigen, das ein eng mit unserem Ort und dem Brohltal verbundenes Unternehmen in diesem Jahr feiern kann.
Zahlreiche Gäste waren erschienen die, nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Kulturvereins Helmut Rosenbaum, in den Genuss eines hochinteressanten Vortrages aus berufenem Mund kamen.
Stephan Pauly, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Brohltal-Schmalspureisenbahn e.V., kurz IBS, führte uns in einem kurzweiligen 60-minütigen Bild-Vortrag durch die 125jährige Geschichte und Entwicklung der Brohltalbahn bis in die heutige Zeit.
Dabei wurde vor allem die Frühphase der Gründung des Unternehmens als Tochter der Westdeutschen Eisenbahngesellschaft bis zur Konzessionierung und dem Bau der Strecke vom Rhein in die Hocheifel in den Jahren 1879 bis 1901 beleuchtet. Von der Idee einiger klugen Köpfe im Jahre 1879, rund um den Wahl-Brohler Dominicus Zervas, bis zum Start im Jahre 1901 sollten 22 Jahre vergehen. Deren spannender Verlauf in der Bismarck-Zeit erinnert sehr an die Bürokratiedebatten der heutigen Tage.
Auffällig, wie die Ursprungsidee von Traßbaron D. Zervas, die Bahn für seine privaten Zwecke, nämlich den Transport seiner Wirtschaftsgüter zum Rhein zu bauen, in den Genehmigungsverfahren durch politische Ereignisse wie z.B. Kriege immer wieder andere Wendungen erfuhren und anderen Interessen weichen mussten.
Die Werdegang der Schmalspurbahn bis heute, geprägt durch neue Techniken und die damit verbundene Entwicklung des Fahrzeugparks, die wirtschaftliche und politischen Veränderungen über 125 Jahre waren die Herausforderungen, denen man sich stellen musste. Dabei gab es einige Krisen zu durchstehen und zu meistern.
Dies alles konnte Stephan Pauly durch sein profundes Wissen, gespickt mit witzigen Anekdoten, dem interessierten Publikum näherbringen.
Heute kann die Bahn in eine rosige Zukunft blicken, wie uns Stephan Pauly (Vors. IBS) und Stefan Raab (Vors. der integrierten GmbH) versichern konnten. Zahlreiche Ehrenamtliche und 40 angestellte Mitarbeiter sorgen mit Leidenschaft dafür, dass das Unternehmen wirtschaftlich und auch als touristische Attraktion den Brohltalgemeinden erhalten bleibt.
Der Brohler Heimatforscher Werner Fußhöller würdigte in einer Laudatio die Bedeutung des Unternehmens für die Region. Mit persönlichen Erinnerungen als ehemaliger Anwohner an der Bahnstrecke und mit einem interessanten Vortrag über die Lebensgeschichte des Eisenbahnpioniers Hermann Hartmann, gab es eine passende Ergänzung. Als Ingenieur in der Kolonialzeit in Afrika tätig, trat Hermann Hartmann 1922 in die Dienste der Brohltaleisenbahn ein und sollte über 30 Jahre deren Entwicklung wesentlich mitbestimmten.
Im Anschluss zeigte Doris Ohm Fotos aus Ihrer Kindheit und Familie, die bezeugen wie eng die Bindungen in der Bevölkerung mit der Brohltalbahn waren und auch heute noch sind.
Das Jubiläum wird weiterhin im Jahresverlauf groß gefeiert werden. Die Besuche befreundeter Eisenbahner und weiteren Dampflokomotiven werden die Feierlichkeiten an den Bahnfesten am 4.-7.6.2026 und am 4.-5.10.2026 zusätzlich befeuern.










